• Daniela

Unter welchen Formen können wir ein Leben leisten?

Der Imperativ der Achtsamkeit.


Unser Zusammenleben ist geprägt von Egoismus und Unachtsamkeit. Unachtsamkeit gegenüber anderen, aber zuallererst auch gegenüber uns selbst.

Wenn wir uns fragen, unter welchen Formen wir ein Leben leisten können, dann müssen wir uns fragen, wie unser Zusammenleben eine Gemeinschaft hervorbringen kann, die jedes Individuum achtet.


Achtsamkeit: das ist der respektvolle und aufmerksame Umgang mit uns selbst – und mit anderen. Achtsamkeit bedeutet auch, loszulassen – Prinzipien, Einstellungen. Achtsamkeit bedingt Beobachtung ohne Wertung. Gegenseitiges aufeinander Acht geben. Aus freiem Willen. Aufeinander Acht geben, aus dem Wunsch heraus, dass auch andere auf mich Acht geben. Dazu bedarf es keiner fest vorgeschriebenen Regeln des Zusammenlebens. Wir müssen uns nur fragen: Wie wollen wir selbst behandelt werden? Und genau so sollten wir auch andere behandeln.

Vor diesem Hintergrund können wir Kants Philosophie und seinen kategorischen Imperativ als Leitfaden für einen respektvollen Umgang innerhalb unserer Gemeinschaft sehen: "Handle nur nach derjenigen Maxime, von der du zugleich wollen kannst, dass sie allgemeines Gesetz werde.“


Wie können wir also eine achtsame Gemeinschaft schaffen? Es geht darum, selbstverantwortlich zu handeln. Selbstverantwortlich handeln bedeutet, wir verlassen uns eben nicht auf vorgegebene Regeln und Gebote. Wir müssen bei uns selbst anfangen. Die Verantwortung für uns selbst übernehmen. Wir können uns aktiv entscheiden, ob wir selbstverantwortlich handeln wollen, ob wir achtsam mit uns selbst umgehen und damit auch mit der Gemeinschaft, in der wir leben.


Nur, wenn wir uns selbst respektieren und achten, können wir dieses Gefühl auch anderen zuteil werden lassen.


Wir re-agieren nicht. Wir agieren – und auf diese Aktion erfolgt eine Reaktion. Eine Reaktion des Gegenübers, der Gemeinschaft, die uns den Respekt und die Achtsamkeit zurückgibt.

Der Imperativ der Achtsamkeit soll uns sagen: Entdecken wir die Achtsamkeit als Motor der gesellschaftlichen Veränderung.


Beitrag adaptiert aus einem Kommentar 2018 für das Community College der Kunsthalle Wien.


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